114 metrische Gewinde — Kernlochbohrer, Kerndurchmesser, Spannungsquerschnitte
Bei M8×1,25 ist die 1,25 keine Dicke, sondern der Abstand von Gewindespitze zu Gewindespitze. Aus Außendurchmesser und Steigung folgt alles Übrige.
Die 35 Regelgewinde
Zu jedem Durchmesser gehört eine Standardsteigung. Wer einfach „M8“ sagt, meint M8×1,25.
Den Kernlochbohrer wählen
Die Werkstattregel lautet Außendurchmesser minus Steigung: M8×1,25 ergibt 6,75 mm, man greift also zum 6,8-mm-Bohrer. Das liegt über dem Kerndurchmesser der Mutter — deshalb schneidet der Gewindebohrer, ohne zu brechen.
Das Gewindeprofil ist ein 60°-Dreieck
Die ISO legt das Gewindeprofil als gleichseitiges 60°-Dreieck fest. Seine Höhe H beträgt 0,866 × Steigung, und alle weiteren Durchmesser sind dieses Dreieck, um feste Bruchteile von H gekürzt.
Der Spannungsquerschnitt bestimmt die Festigkeit
Die Tragfähigkeit einer Schraube rechnet man mit dieser Fläche, nicht mit dem Außendurchmesser. Es ist die Fläche eines Kreises, dessen Durchmesser der Mittelwert aus Flanken- und Kerndurchmesser ist.
Die 79 Feingewinde
Eine engere Steigung schneidet flacher und lässt einen dickeren Kern. Deshalb passen Feingewinde zu dünnen Wänden und Stellen mit Vibration.
So liest man das
- Die Zahl nach dem M ist der Außendurchmesser in mm, die Zahl nach dem × die Steigung in mm.
- H = 0,866 × Steigung. Der Flankendurchmesser ist d − 0,75H, der Kerndurchmesser der Mutter d − 1,25H.
- Das Kernloch ergibt sich aus Außendurchmesser minus Steigung; dann den nächstliegenden Bohrer nehmen.
- Die Tragfähigkeit folgt aus dem Spannungsquerschnitt, nicht aus dem Außendurchmesser.
Häufige Fragen
Q. Wenn jemand nur „M8“ sagt — welche Steigung?
Das Regelgewinde M8×1,25. Zu jedem Durchmesser gehört eine Standardsteigung, und genau die ist gemeint, wenn nichts dabeisteht.
Q. Wozu ein Feingewinde?
Es schneidet flacher, der Kern bleibt dicker und passt in dünne Teile; außerdem löst es sich je Umdrehung weniger, was bei Vibration hilft. Dafür ist das Gewinde flacher und reißt leichter aus.
Q. Wie wähle ich den Kernlochbohrer?
Außendurchmesser minus Steigung. M6×1 ergibt 5 mm, M8×1,25 ergibt 6,75 mm — also der 6,8-mm-Bohrer.
Q. Warum haben Bolzen und Mutter verschiedene Kerndurchmesser?
Der Bolzen wird tiefer geschnitten, damit die Gewindespitzen der Mutter Platz finden. Deshalb ist sein Kerndurchmesser der kleinere.
Q. Darf ich mit dem Außendurchmesser rechnen?
Nein. Gerissen wird am Gewindegrund, also rechnet man mit dem Spannungsquerschnitt. Bei M8 sind das 36,6 mm², nicht die 50,3 mm² des vollen Kreises.