Start·Blutgruppenvererbung

512 Vererbungsfelder — aus AB und O entsteht weder AB noch O

Jeder Elternteil gibt eines seiner beiden Allele weiter, das Kind hat also vier mögliche Genotypen — vier Felder auszählen, und die Wahrscheinlichkeit steht da. A und B unterliegen einander nicht und setzen sich nur gegen O durch; beim Rhesus genügt ein einziges D für positiv. Die Blutgruppe eines Elternteils legt seinen Genotyp nicht fest (A kann AA oder AO sein), deshalb gelten die Wahrscheinlichkeiten hier für ein festes Genotyppaar. Acht Väter × acht Mütter × acht Kinder: 512 Felder.

Mögliche Kinder

Vater \ Mutter

Blutgruppen-Vererbungstabelle — 512 Elternkombinationen
O+O−A+A−B+B−AB+AB−
O+22444444
O−21424242
A+44448866
A−42428463
B+44884466
B−42844263
AB+44666666
AB−42636363

Welche Kinder welche Eltern bekommen können, mit Punnett-Quadraten hergeleitet. Aus AB und O entsteht weder AB noch O.

Das Punnett-Quadrat

Die beiden Allele des Vaters nach oben, die der Mutter an die Seite, die vier Felder ausfüllen — das sind alle Genotypen, die das Kind haben kann. In Phänotypen übersetzen und auszählen: das ist die Wahrscheinlichkeit. ABO und Rhesus liegen auf verschiedenen Chromosomen und werden unabhängig vererbt, also zählt man beide getrennt und multipliziert: vier mal vier, sechzehn Felder.

Rh+ Eltern können ein Rh− Kind bekommen

Schon ein einzelnes D gilt als Rhesus-positiv, ein Rh+ Mensch kann also DD oder Dd sein. Sind beide Eltern Dd, ist jedes vierte Kind dd, also Rh−. Umgekehrt gibt es kein Schlupfloch: Rh− ist immer dd, aus zwei Rh− Eltern kommen nur Rh− Kinder.

Vater und Mutter vertauscht

Weder ABO noch Rhesus liegen auf einem Geschlechtschromosom — Vater und Mutter zu vertauschen ändert nichts. 512 Felder, aber nur etwa die Hälfte sind verschiedene Antworten.

Es gibt sehr seltene Ausnahmen

Menschen mit Bombay-Phänotyp werden als Gruppe O typisiert, obwohl sie A- oder B-Gene tragen. Dazu kommt cis-AB, bei dem A und B auf demselben Chromosom liegen und gemeinsam weitergegeben werden — Fälle eines O-Kindes von einem AB-Elternteil sind beschrieben. Sehr selten, aber es heißt: ein Ergebnis, das dieser Tabelle widerspricht, beweist für sich genommen nichts.

Die Blutgruppe ist kein Abstammungstest

Diese Tabelle kann nur ausschließen. Sie kann sagen, dass eine Kombination unmöglich ist; sie kann nicht sagen, dass eine mögliche Abstammung bedeutet — viel zu viele Menschen teilen jede Blutgruppe. Und wegen der seltenen Ausnahmen oben sind selbst die Ausschlüsse keine Gewissheiten. Über Abstammung entscheidet ein DNA-Test.

So liest man es

  • Es gibt drei ABO-Allele — A, B und O — und jeder Mensch trägt zwei davon.
  • A und B unterliegen einander nicht und setzen sich nur gegen O durch; daher gibt es AB.
  • Ein A-Mensch kann AA oder AO sein, ein O-Mensch nur OO.
  • Beim Rhesus schlägt D das d: Rh+ ist DD oder Dd, Rh− ist dd.
  • Die zwei des Vaters mit den zwei der Mutter kombinieren, vier Felder auszählen — fertig ist die Wahrscheinlichkeit.
  • ABO und Rhesus liegen auf verschiedenen Chromosomen: getrennt zählen und multiplizieren.

Häufige Fragen

Q. Können zwei Eltern mit A ein Kind mit O bekommen?

Ja. Ein A-Mensch kann AA oder AO sein; sind beide AO, ist jedes vierte Kind OO, also Gruppe O. Beide sehen nach A aus und tragen still ein O mit.

Q. Warum können AB und O kein AB-Kind bekommen?

Ein AB-Kind braucht ein A von der einen und ein B von der anderen Seite, und der O-Elternteil hat nur O zu vergeben. Aus demselben Grund fällt auch ein O-Kind aus, denn der AB-Elternteil trägt kein O. Übrig bleiben A und B.

Q. Können Rh+ Eltern ein Rh− Kind bekommen?

Ja. Rh+ kann DD oder Dd sein; sind beide Dd, ist jedes vierte Kind dd. Umgekehrt geht es nicht: zwei Rh− Eltern bekommen kein Rh+ Kind.

Q. Lässt sich damit die Abstammung klären?

Nein. Die Tabelle kann unmögliche Kombinationen benennen, eine mögliche beweist aber nichts, und seltene Ausnahmen wie der Bombay-Phänotyp oder cis-AB machen selbst die Ausschlüsse unsicher. Über Abstammung entscheidet ein DNA-Test.