Start·Transfusionskompatibilität

192 Transfusionsfelder — die Plasmaregel läuft der Erythrozytenregel genau entgegen

O kann Erythrozyten an alle acht Blutgruppen abgeben, sein Plasma aber nur an O. Bei AB ist es genau umgekehrt. Dieselbe Person ist für eine Komponente Universalspender und für die andere unbrauchbar — weil die Antigene auf den Erythrozyten sitzen und die Antikörper im Plasma schwimmen. Alle 192 Felder (drei Komponenten × acht Spender × acht Empfänger) folgen allein aus Antigenen und Antikörpern.

Erythrozyten

Die Antikörper des Empfängers dürfen die Antigene der gespendeten Erythrozyten nicht angreifen.

Plasma

Die Antikörper des gespendeten Plasmas dürfen die Antigene des Empfängers nicht angreifen — die Richtung dreht sich um.

Vollblut

Erythrozyten und Plasma kommen zusammen, also müssen beide Bedingungen gelten.

Wo die Regel kippt

Die Antigene sitzen auf den Erythrozyten, die Antikörper schwimmen im Plasma. Bewegt man Erythrozyten, stören die Antikörper des Empfängers; bewegt man Plasma, die des Spenders. Die Bedingung dreht sich vollständig um, und die Tabelle ebenso — faltet man die Erythrozytentabelle entlang ihrer Diagonale, erhält man die Plasmatabelle.

Rh zählt nur bei Erythrozyten

ABO-Antikörper sind von Geburt an da, Anti-D nicht. Es entsteht erst, nachdem eine Rh− Person Rh+ Erythrozyten erhalten hat. Deshalb kann die erste solche Transfusion folgenlos bleiben und die nächste ist die gefährliche — derselbe Mechanismus, der in der Schwangerschaft zählt. Plasma enthält kaum Erythrozyten, deshalb wird Rh dort nicht geprüft.

Diese Tabelle entscheidet keine echte Transfusion

Neben ABO und RhD gibt es Hunderte weiterer Erythrozytenantigene, und wer oft transfundiert wurde, kann Antikörper gegen einige davon tragen. Eine echte Transfusion entscheidet deshalb die Kreuzprobe — das Labor mischt das Blut der beiden Personen direkt. Diese Tabelle zeigt, warum die Regeln so aussehen.

So liest man es

  • Der Name der Blutgruppe ist ihre Antigenliste — A hat das A-Antigen, AB beide, O keines.
  • Antikörper greifen an, was man nicht hat — O trägt Anti-A und Anti-B.
  • Für Erythrozyten prüfen Sie, ob die Antikörper des Empfängers die gespendeten Antigene angreifen.
  • Für Plasma prüfen Sie das Umgekehrte: ob die gespendeten Antikörper die Antigene des Empfängers angreifen.
  • Rh wird nur bei Erythrozyten geprüft — es gibt kein natürliches Anti-D, es entsteht nach Kontakt.
  • Vollblut stapelt beide Bedingungen, daher bleiben nur Paare gleicher ABO-Gruppe übrig.

Häufige Fragen

Q. Wenn O Universalspender ist, warum nicht für Plasma?

Weil die Antigene auf den Erythrozyten sitzen und die Antikörper im Plasma schwimmen. O-Erythrozyten tragen keine Antigene, also greift sie nichts an — O-Plasma trägt aber Anti-A und Anti-B und greift jeden an, der nicht O ist. Universalspender für Plasma ist AB.

Q. Warum verlangt Vollblut dieselbe Blutgruppe?

Vollblut enthält Erythrozyten und Plasma zugleich, also müssen beide Bedingungen gelten — übereinandergelegt bleiben nur Paare mit identischen Antigenen. Das ist keine eigene Regel, sondern folgt aus der Rechnung.

Q. Ich bin Rh−. Darf ich im Notfall Rh+ bekommen?

Erythrozyten nicht: Sie würden Anti-D bilden, was bei der nächsten Transfusion oder in einer Schwangerschaft zählt. Plasma ist anders — es enthält kaum Erythrozyten, deshalb wird Rh dort nicht geprüft.

Q. Kann ich nach dieser Tabelle transfundieren?

Nein. Neben ABO und RhD gibt es Hunderte Erythrozytenantigene; eine echte Transfusion entscheidet die Kreuzprobe, bei der das Labor das Blut beider direkt mischt.